Vorbemerkung Reden
Es ist vielleicht eine Schwäche, als Künstler selbst Stellung nehmen und zu seinen Arbeiten sprechen zu wollen. Insbesondere mag es scheinen, daß für den Erfolg ganz allgemein die Rezeption der Öffentlichkeit, d.h. die Stellungnahme von berufenen Leuten, die entscheidende Rolle spielt. Das mag sein. Allerdings hat mich diese Aufgabe stets gereizt, so daß ich bei Eröffnungen regelmäßig eine Rede gehalten habe. Nicht alle Reden sind erhalten, einige sind vielleicht auch aus dem Stegreif gehalten (siehe Hürth, nach Tonbandmitschnitt). Als ich Ende 1997 auf die Texte stieß, fühlte ich mich eigenartig berührt: Das alles hatte ich vor vielen Jahren schon einmal gesagt! Die Person, die aus den Reden durchscheint, gefällt mir sehr. Ich kann mich nicht mehr erinnern. Die Zeit war so voller Aufbruch, die politische Bewußtwerdung der 60er Jahre war noch präsent - so Vieles hat sich so sehr verändert seitdem! Es ist offensichtlich, daß ich mich sehr darum bemühe, zu verstehen, was da eigentlich geschieht bei der Malerei. Der schöpferische Prozeß als solcher, einmal in Gang gebracht, fasziniert und reizt zu Aussagen. Den alten Picasso hat schließlich auch diese Faszination gepackt, er brachte Wendungen wie: "Die Malerei ist stärker als ich!", aber eigentlich war er erschöpft und verbraucht und erkannte es nicht. Er hatte gar keinen Kontakt mehr zum Schöpferischen. Was also ist das Schöpferische? |
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