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Nr. 271a, Gemälde, Privatbesitz


Galerie Hergeröder

Eine kleine Sensation in Bielefeld. Hergeröder eröffnet eine neue Galerie. Klassische Moderne, gediegender Katalog. Hatte man noch nicht im Oberzentrum. Also schließlich gehe ich hin. Und laufe Ingo M. in die Arme. Der ist Geschäftsführer bei Hergeröder und war bei Artes für die Texte zuständig. Er hatte schon an mich gedacht. Wunderbar. Wir stellen ein paar Bilder von mir dazu und M. fängt an zu verkaufen. Klasse. Aber man macht keine Wechselausstellungen. Ist das wichtig? Vielleicht. M. entwirft wunderbare Pläne. Ausstellungsserie in 86, Beginn in Berlin, dann Stuttgart, München, Nürnberg, vielleicht noch mehr. Genau das könnte wichtig sein. Ich habe den Eindruck, es ist alles so gut wie perfekt. Der Mann in Berlin hat die Connections, der schaukelt das Ganze.

Ende 85 schwant mir Ungutes. Ich fahre nach Berlin. Den Mann gibt es. Die Galerie und die Connections hat er auch. Aber abgemacht ist noch nichts. Was heißt denn das? Ich stelle M. nicht zur Rede. Er will jetzt Wechselausstellungen machen. Mit Ionesco fängt er an. Ist der nicht Dichter? Na ja. Das Plakat wird mit Signatur gut verkauft. Dann kommt eine Ausstellung mit Papierarbeiten von mir. Gemälde hatte er verkauft. Warum jetzt Arbeiten auf Papier? Per Einladung bietet er einen handkolorierten Holzschnitt an, alle 100 Exemplare farblich anders. Er rechnet damit, 50 per Einladung zu verkaufen. Lediglich 3 werden verkauft. Und eine Zeichnung. Ein Flop.

Nun folgt eine Ausstellung mit einem DDR-Künstler. M. ist begeistert. Verkauft den an dieselben Leute, an die er meine Bilder verkauft hatte. Nimmt meine zurück. Das ist aber nicht gut. Gut, daß ich nichts davon weiß. Dann ruft Hergeröder mich an: Er hat sich von M. getrennt. Jetzt will er drei kleinere Arbeiten gegen ein größeres Bild austauschen. Ok, das kann ich machen. Er nimmt 271a.

Jahrelang hängt das Bild im Hintergrund der Galerie über dem Sofa, von der Straße aus gut sichtbar. Einmal komme ich vorbei, da hängt es im vorderen Raum zentral, mit einem kleinen Schild, von der Straße nicht zu lesen. Links und rechts daneben kleinere Bilder in Reihe, ziemlich unbedeutend, aber mit dicken Schildern, gut zu lesen: Baselitz, Richter, Polke, Penck usw. Mein Bild ist absolut souverän. Kommt gut mit den Kollegen klar. Es gefällt mir.

Nr. 533, Gemälde, DM 2.150,-Dann bin ich wieder mal in Bielefeld, komme vorbei, das Bild ist nicht zu sehen, ich gehe rein. Kommt die Verkäuferin auf mich zu: „Herr Stürenburg!" „Woher kennen Sie mich?" „Na, aus dem Katalog!" „Wo ist mein Bild?" „Verkauft!" Da kommt Hergeröder selbst und strahlt. Ein Designer-Ehepaar hat in Bielefeld studiert und sich offenbar in das Bild verliebt. Nun haben sie ihre erste Stelle in Frankfurt und sind zurückgekehrt, um sich das Bild zu kaufen. Wunderbar. „Sie haben sich ihren Porsche noch etwas aufgespart."

Grün-Weiß-Dankersen

Eines Tages spricht mich der Direktor der Mindener Museen an. Er ist in den Beirat für Grün-Weiß-Dankersen gewählt worden und soll dem berühmten Handball-Verein nach Kräften helfen.

Da fiel ihm ein, die Plakate für die Saison von Künstlern gestalten zu lassen. Für die Heimspiele. Und da es 12 sind, könnte man später vielleicht noch einen Kalender daraus machen. Die lokale Druckerei muß den Druck sponsorn. Also, damit das klar ist: Die wollen einen echten Stürenburg. Na dann.

Ich bin ganz zufrieden mit meiner Arbeit. Es ist typisch und auch irgendwie für den Sport brauchbar. Von Seiten der Auftraggeber gibt es auch keine Probleme. Ich habe aber nie wieder davon gehört. Schade. Es hätte mich doch interessiert, welche Kollegen was beigetragen haben.

Katalog Düren

Nr. 396, Gemälde, DM 2.500,-Dr. Eimert hatte befunden, es müsse ein großer Katalog gemacht werden, mit vielen farbigen Abbildungen, aber dann war kein Geld da. „Suchen Sie einen Mäzen." Wie sollte das gehen? Ich zog daraus den Schluß, ich müsse es selbst finanzieren. Ein Drucker am Ort machte einen Kostenvoranschlag, mündlich, und dann ging es los.

Der Drucker lud uns zum Essen ein, wir revanchierten uns, es war alles eitel Freude. In seinem Haus sah ich eine große, berühmte Lithographie von Picasso aus der Grimaldi-Nachkriegszeit. Auf meine Bemerkung erklärte er stolz, das sei ein Druck, vom Original praktisch nicht zu unterscheiden, in seinem Hause gedruckt.

Nun ist ja ein Litho ohnehin fast schon ein Offset, also durchaus glaubhaft. Der Besitzer hatte auch eine Kopie an der Wand. Das Original lag im Safe! Ja, ja, eine Aktie, die man an die Wand hängen kann. Wertanlage.

Ich war dankbar und malte ein Bild für den Drucker, ich kannte ja seine Einrichtung, da verzichtete ich auf Farben. Eine Grisaille. Zur Übergabe kam es aber nicht, denn er präsentierte mir eine gesalzene Rechnung. Vielleicht war die Rechnung auch in Ordnung, jedenfalls hatte er mündlich nur einen Bruchteil genannt. Da hatten wir Streit, aber bezahlen mußte ich doch.

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