If I see
right ...
Work Nr. 359
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Ein blonder junger Mann mit vollem Gesicht, sinnlichen Lippen
und großen Augen schaut aus dem Bild heraus, aber den Betrachter nicht
an. Er scheint nichts Bestimmtes zu fixieren, vielmehr eher nach innen zu
schauen, ein wenig erstaunt, gelassen, erfreut, zwar auch ein wenig
ängstlich, aber doch im wesentlichen neugierig.
Der Kopf ist ganz nah gesehen, die Stirn ist angeschnitten, die langen Haare
nur angedeutet, alles sehr leicht und dünn gemalt, man sieht, daß
nirgendwo korrigiert wurde. Die Farben sind lasierend, der Untergrund scheint
durch, Farbschichten leuchten unter anderen hindurch, das Bild ist hell,
die Farben warm.
Der junge Mann trägt sehr weiche Züge, er wirkt durchaus weiblich,
ohne seine Männlichkeit dabei einzubüßen, ein wenig auch
wie ein tumber Tor. Er scheint vor allem offen zu sein, offen für das,
was es außen und innen zu schauen gibt.
Sein Schauen ist kontemplativer Art, er läßt auf sich wirken,
es ist ein meditatives Schauen, er nimmt das Gesehene in sich hinein. Dabei
ruht er ganz in sich selbst, man fühlt, daß er große Kraft
hat, daß er auch aktiv werden kann, daß aus seiner Zentriertheit
ebenso große Entschlossenheit erwächst. |