If I see right
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Work Nr. 361
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Hier ein Paar, zwei Tage später als 359 entstanden. Die
stilistische Nähe ist offensichtlich, die Farbigkeit völlig anders.
Kalte Farben dominieren, Spannung ist spürbar. Es ist wenig mehr als
zwei Männerköpfe zu sehen, auch die sind angeschnitten. Von den
Körpern sieht man nur den Hals und einen kleinen Teil der Schultern,
Kleidung ist angedeutet. Eine Horizontlinie durchschneidet den Hintergrund,
die Farben lassen eine Interpretation als weite Grasebene und Sommerhimmel
zu, legen diese aber nicht nahe. Es bleibt unbestimmt, auf was man da sieht.
Der Mann links scheint etwas älter, beide sind keine Jünglinge
mehr. Sie stehen in Beziehung, blicken sich aber nicht an. Auch der Betrachter
wird nicht fixiert, er ist nicht einbezogen. Der rechte Mann neigt seinen
Kopf ein wenig zum Partner, er scheint in sich zu blicken, er ist etwas verlegen,
aber auch gefaßt. Es scheint, als wäre etwas zu tun, als würde
eine Aufgabe ins Auge gefaßt, als wäre ein Unbekanntes in Angriff
zu nehmen, dessen Ausgang ungewiß ist.
Der Linke ist von solchen Bedenken frei, er ist stark und entschlossen,
zuversichtlich und konzentriert. Aber nicht ihm gilt die Aufgabe, nicht er
muß handeln, er ist bezogen auf den anderen, stützt ihn, stärkt
ihn, gibt ihm Mut und Zuversicht. Es sieht ein wenig wie ein
Meister-Schüler-Verhältnis aus, die offene, freundliche, warme
Beziehung zwischen den beiden schließt viele Verhältnisse aus:
es handelt sich sicher nicht um eine normale schulische oder handwerkliche
Ausbildung, es ist auch kein Vater-Sohn-Verhältnis, es geht dabei um
Anderes, Höheres.
Es ist insbesondere kein Liebesverhältnis, und ganz offensichtlich geht
es nicht um das Verhältnis selbst. Es geht auch nicht um den Linken,
denn der Rechte ist die Hauptperson, um ihn dreht sich das Geschehen. Obwohl
sich nichts ereignet, ist die Szene doch sehr dynamisch, bewegend, es passiert
etwas. Dieses Geschehen ist zunächst innerlich, aber es wird sich
äußern, außen sichtbar werden. |